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Vorzimmer Chefarzt
Dr. med. W. Pflederer

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Presse


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iTCM . Anwendungsbeobachtung


 

„Beeinflusst die Behandlung mit Traditioneller Chinesischer Medizin die Herzratenvariabilität?“

Beginn:

Dauer:

Ort der Durchführung:

verantwortlich





unter Aufsicht:


in Abstimmung mit:

01. Oktober 2014

10 Jahre bis 30.09.2024

iTCM-Klinik Illertal, Illertissen

seit 01.01.2017
Ärztlicher Leiter der iTCM-Klinik
Herr Dr. med. Naixin Wu
bis 31.12.2016

ehem. Ärztliche Leiterin der iTCM-Klinik
Frau Dr. med. Ingrid Kurfürst

Ärztlicher Direktor der iTCM-Klinik
Chefarzt Dr. med. Wolfgang Pflederer
Internist und Kardiologe

PD Dr. med. C. Stumpf
Geschäftsführender Oberarzt
Med. Klinik 2, Universität Erlangen

 
 
 

1. Einleitung

Die wesentlichen Therapiemaßnahmen in der Traditionellen Chinesischen Medizin sind Akupunktur, Kräutermedizin, Ernährung und Qi-Gong. Ergänzend/unterstützend werden Moxibustion und Schröpfen eingesetzt, in der Sturzprävention kommt Tai-Chi eine wissenschaftlich dokumentierte Bedeutung zu. In Abhängigkeit der Erkrankung bzw. Befindlichkeitsstörung und des zu behandelnden Menschen werden diese Therapie-Elemente im Sinne einer ganzheitlichen Medizin verknüpft. Eine derartig individualisierte und variierende Therapie während eines Behandlungszyklus ist der naturwissenschaftlichen Medizin fremd. Der Behandlungserfolg wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin durch Puls- und Zungendiagnostik sowie subjektiv durch die Beschwerdeschilderung des therapierten Menschen erfasst. Auch dies steht im krassen Gegensatz zur naturwissenschaftlichen Medizin, die einen objektiven Behandlungserfolg aus der Verbesserung von messtechnischen Analysen, z.B. Labordiagnostik und von Verbesserungen bildgebender Verfahren ableitet. Verständlicherweise werden deshalb von der „Schulmedizin“ subjektive Behandlungserfolge in Frage gestellt bzw. abgelehnt.
Alle Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen nehmen in unterschiedlicher Intensität Einfluss auf das vegetative Nervensystem (VNS) und damit auf die Hypothalamus – Hypophysen – Nebennieren – Achse (siehe Anlage 1).
Klinisch und wissenschaftlich fundiert ist die Herzratenvariabilität (HRV) zur Erfassung des Zustandes des vegetativen Nervensystems.

Erstmalig wurde 1963 die Bedeutung der HRV durch die Publikation von H. Horn u. S. T. Lee vermutet. Eine anhaltende stürmische wissenschaftliche Bearbeitung des HRV-Themas setzte 1990 durch die computerassistierte HRV-Analyse ein. Aus allen Fachdisziplinen, vornehmlich Innere Medizin/Kardiologie, Arbeitsmedizin, Sportmedizin, Psychiatrie u.a. werden Studien veröffentlicht. Dies führte zu einer Standardisierung der Methode, was sich in den 1996 veröffentlichten, bis heute gültigen Vorgaben der TASK FORCE of the EUROPEAN SOCIETY of CARDIOLOGY and the NORTH AMERICAN SOCIETY of PACING and ELECTROPHYSIOLOGY niederschlug. Die Bundesärztekammer hat die HRV-Messung anerkannt, sie ist zudem im Qualitätsmanagement bei Diabetikern zur Erfassung der kardialen Autonomie gefordert. Studien an Herzinfarkt- und Herzinsuffizienz-Patienten belegen, dass die HRV ein eigenständiger Prognosefaktor für kardialen Tod ist.
Damit ist hinreichend belegt, dass die HRV-Messung ein standardisiertes, wissenschaftlich fundiertes und klinisch praktiziertes Verfahren zur Erfassung des Zustandes des vegetativen Nervensystems ist.

Nachdenklich stimmt uns naturwissenschaftliche Ärzte die Aussage des chinesischen Arztes Wang Shu-Ho (180 – 270 n.Chr.) im Rahmen seiner Schriften zur Pulsdiagnostik:
„Wenn das Herz so regelmäßig wie das Klopfen eines Spechtes oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von vier Tagen sterben.“
 
Dies steht im Einklang mit der kardiologisch-wissenschaftlichen Erkenntnis, dass eine aufgehobene Herzratenvariabilität mit hoher Mortalität assoziiert ist.
 
Die im Einklang stehende Erkenntnis aus traditioneller chinesischer und naturwissenschaftlicher Medizin ist Grundlage der geplanten Anwendungsbeobachtung.

 

 

2. Zielsetzung

Diese Langzeit-Anwendungsbeobachtung soll Aufschluss darüber geben:

  • Ob bei allen Patienten, die zur TCM-Behandlung kommen, eine gestörte HRV existent ist.
  • Ob bei bestimmten Erkrankungen/Befindlichkeitsstörungen eine Häufung der Störung der HRV besteht.
  • Ob bei allen Patienten sich durch die TCM-Behandlung eine gestörte HRV verbessern lässt.
  • Ob die unterschiedlichen TCM-Therapiemaßnahmen zu einer unterschiedlichen Verbesserung der gestörten HRV führt.
  • Ob die TCM Behandlungsdauer und –intensität die Verbesserung der HRV beeinflusst.
 

 

3. Ablauf der Anwendungsbeobachtung

Die Patienten werden im Rahmen des ärztlichen Eingangsgespräches über die HRV-Messung informiert und gebeten, freiwillig an der Anwendungsbeobachtung mitzuwirken. Da nicht wenige TCM-Patienten eine Skepsis gegen die naturwissenschaftliche Medizin haben, dürfen die Patienten nicht zur HRV-Messung argumentativ gezwungen werden.

Nach Anamnese, Eingangsuntersuchung und Prüfung vorgelegter Krankheitsunterlagen, Festlegung und Dokumentation der Behandlung mit TCM.

HRV-Messung:

  • 1 x pro Woche vor und nach Akupunktur
  • 1 x pro Woche vor und nach Qi-Gong
  • vor und nach jeder neuen Kräuter-Rezeptur


Dokumentation im patientenbezogenen Datenblatt

Jährliche statistische Auswertung der Daten.

 

 

4. Schlussbemerkung

Die auf 10 Jahre angelegte Anwendungsbeobachtung ermöglicht:

  • einen wissenschaftlich fundierten Nachweis des Behandlungserfolges/-misserfolges der durchgeführten TCM-Behandlung.
  • eine Objektivierung des Stellenwertes der TCM-Behandlung in Abhängigkeit der Krankheits-/Beschwerdebilder.
  • eine Objektivierung der Wertigkeit einzelner TCM-Behandlungsmaßnahmen.


Illertissen, 21.07.2014
 

Dr. med. Wolfgang Pflederer
Ärztlicher Direktor
Internist und Kardiologe