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Referenten Vorträge vom iTCM-Gesundheitstag "Herz unter Stress" vom 26.11.2016

 

Was ist Stress? – Gefährdung und Folgen

Chefarzt Dr. med. Wolfgang Pflederer | Internist und Kardiologe der iTCM-Klinik Illertalzoom
Chefarzt Dr. med. Wolfgang Pflederer | Internist und Kardiologe der iTCM-Klinik Illertal

Jährlich wählen rund 94.000 Mitglieder der Deutschen Herzstiftung, die zu den größten Selbsthilfegruppen in Deutschland zählt, ein Thema für eine bundesweite Informationswoche. Dass 2016 die Wahl auf die Negativfolgen von Stress fiel, kommt nicht von ungefähr. Das oberste Wissenschaftsgremium der deutschen Kardiologen, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, zählt chronischen Stress inzwischen zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz- Kreislauferkrankungen, wie der Ärztliche Direktor der iTCM-Klinik Illertal, Dr. med. Wolfgang Pflederer, in seinem Vortrag erläuterte. Stress kann sich vielfältig negativ auswirken. Von Herzerkrankungen über chronische Kopfschmerzen bis hin zu Tinnitus und Depressionen. Nach einer großen Studie, der Interheart-Studie, erhöht chronischer Stress das Risiko eines Herzinfarktes um das mehr als zweifache. Neben Bluthochdruck, hohem Cholesterin, Diabetes und Rauchen gilt chronischer Stress nun als bedeutsamer Faktor. Mehrere Studien, etwa der Krankenkassen, verzeichnen in den letzten Jahren eine steigende Anzahl derer, die sich subjektiv als zunehmend unter Stress stehend sehen. Eine Ursache könne in der ständigen Erreichbarkeit mittels Smartphone, dem „always on“ gesehen werden.
Ursprünglich stammt der Begriff „Stress“ aus der Materialprüfung, der 1950 vom „Vater“ der Stressforschung, Hans Seyle, auf die Medizin und Psychologie übertragen wurde. Rein begrifflich bezeichnet Stress die körperlichen und psychischen Antworten des Organismus auf Belastungen. Auslöser für Stress bezeichnet man als Stressoren. In der Akutphase der Bedrohung oder Belastung mobilisiert der Körper nahezu sämtliche Organsysteme, vom Gehirn, den Augen, den Lungen, dem Herz und der Leber, die beispielsweise zusätzlich Glukose als Treibstoff für die Muskelzellen produziert, bis hin zur Hormonproduktion etwa von Adrenalin und Cortisol in den Nebennieren, den erweiterten Gefäßen in den Muskeln und der verringerten Blutgerinnung.
Anhand von Schaubildern wurde gezeigt, was Stress vor allem im Nervensystem und im Gehirn bewirkt und mit welchen Verfahren und Parametern die medizinische Stress-Diagnostik arbeitet. Stress für sich genommen sei völlig normal. Er gehöre zu den überlebenswichtigen Verhaltensmustern. Gefährlich werde Stress, wenn er chronisch wird.

Denn eine Gefahr für die Gesundheit entstehe nicht durch Stress, sondern durch fehlende Erholungsphasen. Und selbst wer unter Dauerdruck stehe, sei es familiär oder beruflich, muss nicht krank werden. Als prominentes Beispiel gelte etwa Nelson Mandela, der fast 30 Jahre den „schlimmsten menschlichen Erfahrungen“ während seiner Haftzeit ausgesetzt war und dennoch seine Gesundheit bewahrte. Entscheidend sei die so genannte Resilienz, die psychische Widerstandsfähigkeit, das Umfeld, aber auch die bewusste Gestaltung des Alltags von der Ernährung über Sport bis zur Spiritualität. Als Ursachen für Stress gelten auch private Sorgen, hohe Arbeitsbelastung, keine Ruhezeiten, zu wenig Bewegung und eine falsche Ernährung. Chronischer Stress begünstige langfristig eine Vielzahl von Krankheiten. Das Gehirn wird weniger leistungsfähig, die Gedächtnisleistung kann abnehmen, der Augeninnendruck sich erhöhen, Ohrgeräusche, Tinnitus und Hörsturz entstehen. Auch Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-Darm-Geschwüre, ein erhöhter Cholesterin- und Blutzuckerspiegel oder übersteigerte Reaktionen des Immunsystems auf sonst harmlose Umwelteinflüsse wie Allergien können entstehen oder verstärkt werden. Als Warnsymptome gelten etwa innere Unruhe und Gereiztheit, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, depressive Zustände, Kopf-, Magen- und Rückenschmerzen sowie Verdauungsprobleme.

Die iTCM-Klinik werde in Kooperation mit der Universität Erlangen eine wissenschaftliche Anwendungsbeobachtung zur medizinischen Diagnostik von chronischem Stress durchführen. Die wissenschaftliche Diagnostik der Stressgefährdung arbeitet mit wissenschaftlich validierten Fragebögen, der Bestimmung von Entzündungshormonen, der Messung der Herzratenvariabilität als Indikator für die neurovegetative Balance und Chronobiologie, dem mehrtägigen Tagesprofil von Cortisol sowie auf Ernährungsseite dem Omega-3-Index. Chronischer Stress sei ein mehrdimensionales Problem, das den ganzen Menschen betreffe, weshalb es sinnvoll sei, es mit mehreren medizinischen Disziplinen und deren Therapieangeboten wie in der iTCM-Klinik anzugehen, die den ganzen Menschen in den Blick nehmen auf der Basis einer wissenschaftlich fundierten Diagnostik.

 

Weitere folgen demnächst!